IT-Verfahrensprüfungen gemäß Prüfstandards IDW PS 330 und IDW PS 880

18:33 10 Januar in IT Prüfung, IT-Audit

Die vom IDW entwickelten Prüfstandards IDW PS 330 bzw. IDW PS 880 stellen die Grundlage für die Durchführung von Verfahrensprüfungen dar.

Die Beurteilung, ob die zu prüfende Anwendung sachgerecht eingesetzt wird und den formalen und materiellen Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Buchführung entsprechende Verarbeitungsergebnisse liefert, ist das Ziel der Prüfung.

Programme, welche der Mandant in Eigenentwicklung erstellt hat sowie Anwendungen, welche im Unternehmen des Mandanten verbleiben und nicht weitergereicht werden, eignen sich speziell für diese Art der Prüfung. Im Rahmen der Abschlussprüfung sind keine weiteren Prüfungshandlungen im Bereich der geprüften Anwendung erforderlich. Dieser Vorteil resultiert aus dem Umstand, dass Gegenstand der Prüfung sowohl die sachgerechte Anwendung wie auch deren Ordnungsgemäßheit sind.

ueberblick-verfahrenspruefung

Die Grundsätze der Ordnungsgemäßheit, nämlich Vollständigkeit, Korrektheit und Nachvollziehbarkeit bilden die Prüfungsschwerpunkte hinsichtlich der Geschäftsvorfälle.

Neben der programmtechnischen Realisation berücksichtigt die Prüfung auch die Handhabbarkeit durch den Anwender sowie die Verfahrens- und Anwendbarkeitsdokumentationen.

Eine Bewertung der Sicherheit und Ordnungsgemäßheit der für den Betrieb der Anwendung eingesetzten IT-Infrastruktur und die Implementierung derselben erfolgen ergänzend hierzu.

Die Prüfung von Archivierungs- und Dokumentations-Systemen stellt eine besondere Art der IT-Verfahrensprüfung dar und hat insbesondere die Einhaltung der aus dem § 257 HGB resultierenden Anforderungen zum Gegenstand.

Diese Prüfung basiert auf den GoB und GoBS und den vom IDW herausgegebenen Rechnungslegungsstandards FAIT 1, FAIT 2 und FAIT 3.

Die Komplexität der Anwendung und deren Einsatzbereich bestimmen den Aufwand, welcher für die Durchführung von IT-Verfahrensprüfungen veranschlagt werden muss.

Rechenzentrums-, Anwender- und Verfahrensdokumentationen können eine Grundlage für die Aufwandsermittlung darstellen.

Zum Ende der IT-Verfahrensprüfung wird ein Prüfungsprotokoll erstellt. Dieses beinhaltet eine Softwarebescheinigung im Zusammenhang mit der Implementierung der Anwendung sowie eine Bewertung der für die Anwendung eingesetzten IT-Infrastruktur. Weiterhin bestätigt es die Einhaltung der für Buchungssysteme geltenden Ordnungsgemäßheitsgrundsätze, wie auch die sachgerechte Einrichtung und Bedienung der Anwendung.