Ende der Romainggebühren in der EU

00:19 02 February in IT im Fokus

Die EU Mitgliedsstaaten unter dem derzeitigen EU Vorsitzland Malta verständigten sich heute Vormittag in Brüssel auf die festzulegenden EU Roaming-Großhandelspreise. Die EU hat die im Herbst geplante Beschränkung der Roaming-Regel auf 90 Tage nach massiver Kritik von Verbraucherschützern für obsolet erklärt.

Pressemitteilung der EU – Parlaments

Der zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Andrus Ansip, sagte: “Das war das letzte Puzzleteil.” Ab dem 15. Juni könnten die Europäer in der EU ohne Roaminggebühren reisen.

Die europäischen Telekommunikationsunternehmen können sich zukünftig für die gegenseitige Auslandsnutzung ihrer Kunden die Obergrenze von 3,2 Cent pro Minute für Anrufe, 1 Cent für SMS fakturieren. Beim Datenverkehr hingegen ist eine schrittweise Reduktion über fünf Jahre hinweg vorgesehen. Am 15. Juni 2017 sind noch 7,50 Euro je GByte zulässig. Die Obergrenzen sollen später weiter sinken auf 6 Euro je GByte (1. Januar 2018), 4,50 Euro je GByte (1. Januar 2019), 3,50 Euro je GByte (1. Januar 2020), 3 Euro je GByte (1. Januar 2021) und 2,50 Euro je GByte (1. Januar 2022).

Netzbetreiber können zukünftig schwerer gegen Missbrauch vorgehen und die neuen Preisobergrenzen mit der neuen „ Roaming Wholesalesregulierung“ liegen zum Teil unter den bisher bilateral verhandelten Marktpreisen.

Die finnische Europaabgeordnete Miapetra Kumpula-Natri, die das Thema im Europaparlament federführend betreute, sagte: “Die vereinbarten Obergrenzen sorgen dafür, dass die Anbieter überall in Europa ihre Kosten abdecken können, sind aber niedrig genug, um den Wettbewerb auf den europäischen Telekommärkten zu sichern.”

Es bleibt abzuwarten, wie die Mobilfunkanbieter auf die Anpassung der Großhandelsobergrenzen reagieren werden. Es ist zu erwarten, dass sie kreativ versuchen werden, die weggefallenen Erträge aus EU-Roaminggebühren an Privat- und Geschäftskunden durch Preiserhöhungen z.B. bei den Flatrate-Tarifen weiterzugeben. Für Geschäftskunden ergeben sich jedoch neue Möglichkeiten, unter IFRS 16 die Kosten für ihre globale Mobilfunkflotte, mobile Voice und Datennutzung innerhalb der EU zu reduzieren.

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